Geschichte zur Strecke und zum Bahnhof

Die heutige Eisenbahnstrecke von „Wanne-Eickel nach Hamburg“ ist von der Cölln – Mindener – Eisenbahngesellschaft (CME) erbaut und betrieben worden. Im Jahre 1879, fünf Jahre nach Fertigstellung der Strecke, wurde sie dann verstaatlicht.

Geplant wurde sie durch eine französische Initiative. Sie wollte eine direkte Bahnverbindung von Paris nach Hamburg, mit späterer Erweiterung nach Skandinavien. So wurde durch die CME, nach der Annexion des Königreichs Hannover, 1866 durch Preußen, die Strecke als Hamburg – Venloer Bahn erbaut. Der Abschnitt Haltern – Venlo ist, nach der Sprengung der Rheinbrücke bei Wesel durch die Wehrmacht, größtenteils stillgelegt. Diese Brücke war zur Zeit ihrer Fertigstellung, 1873, die längste Eisenbahnbrücke in Deutschland.

Der Streckenabschnitt von Wanne bis Münster, über Recklinghausen – Haltern,  ist am 01. Jan. 1870, als eingleisige Hauptbahn in Betrieb genommen worden. In den Jahren 1881 bis 1893 wurde sie von Wanne bis Harburg zweigleisig ausgebaut. Diese Strecke gehört zur sogenannten „Rollbahn“ und ist die kürzeste Verbindung zwischen dem Ruhrgebiet und Hamburg. Ab 1966 wurde die Strecke elektrifiziert und von 1978 bis 1990 Abschnittweise zur Schnellfahrstrecke bis 200 km/h ertüchtigt.

An diesem Abschnitt, ca. 25 km vor Münster, der heutigen Kursbuchstrecke 425, befindet sich der Bahnhof Buldern. Bei seiner Eröffnung 1878, war er die kleinste Bahnstation im Münsterland und bestand aus einem Fachwerkgebäude mit Klinkergefachen. Errichtet wurde dieser auf Betreiben des Giesbert Freiherr von Romberg, Schloßherr von Buldern (1839 – 1897). Er stammte von einer der reichsten Familien Westfalens und Preußens und war der berühmt gewordene „Tolle Bomberg“.

Das Bahnhofsgebäude in seiner heutigen Form entstand 1956 durch den Anbau des Stellwerks(Bf) mit Wartehalle, Fahrkartenschalter und diversen Nebenräumen, an den Güterschuppen von 1878. Erforderlich wurde der Neubau durch den Einsatz des ersten Drucktastenstellwerkes in Deutschland, vom Typ Lorenz 20. Davon wurden nur drei Stück in Dienst gestellt. Seit 1998 ist das Stellwerk am km 45,196 außer Dienst gestellt.

Somit ist dieses Gebäudeensemble einzigartig in Deutschland. Wir wollen es nun in neuem Glanz und altem Charme erstrahlen lassen. Es soll uns als Vereinsheim und der Bevölkerung als historische Erinnerung dienen.

 

Daniel Austermann, Februar 2011

 

1. Konzept für den Bahnhof Buldern 2011
Konzept Bahnhof Buldern 01.03.2011.doc
Microsoft Word-Dokument [4.4 MB]
Grundriss Bahnhof Buldern
IMG.pdf
PDF-Dokument [431.9 KB]
Titelseite in den Westfälischen Nachrichten, 25.Nov.2011
pdfdownload.php.pdf
PDF-Dokument [170.5 KB]
Überregionaler Zeitungsbericht der WN, Teil 2
pdfdownload.php.pdf 2.pdf
PDF-Dokument [127.0 KB]

Fr., 29.08.2014    

 

Arbeiten am Bahnhof Buldern Neue Fensterfront für die Wartehalle

Arbeiten am Bahnhof Buldern : Neue Fensterfront für die Wartehalle

In der Wartehalle am alten Bahnhof Buldern baut Florian Eckrodt von der Tischlerei Winkler die neuen Fenster ein. Foto: Kerstan

Buldern. Tageslicht fällt in die Wartehalle des früheren Stellwerkes - zum ersten Mal seit 16 Jahren. 1998 sei die große Fensterfront mit Brettern verrammelt worden, berichtet Markus Alfs. Die sind jetzt Geschichte. Am Freitag haben Mitarbeiter der Hiddingseler Tischlerei Winkler neue Glasscheiben in die maßgefertigten Fensterrahmen eingesetzt. Durch eine knapp 20 Quadratmeter große Glasfront fällt jetzt Licht in die Halle.

Von Kristina Kerstan

Der Einbau ist ein weiterer Meilenstein bei der Sanierung von Stellwerk und Güterschuppen am Bulderner Bahnhof. Fast drei Jahre ist es her, dass die Eisenbahnfreunde Bahnhof Buldern die Gebäude für symbolisch einen Euro gekauft haben. Seither hat sich viel getan, das Ensemble erwachte nach und nach zu neuem Leben. Die Motivation im Verein, der mittlerweile auf 40 Mitglieder angewachsen ist, sei noch genauso groß wie am Anfang, betont Alfs. „Jetzt kommt endlich auch die Optik voran“, freut sich das Vorstandsmitglied. „Alles, was vorher im Verborgenen gemacht wurde, hat man ja von außen nicht gesehen.“

Denn derzeit hat die Außenfassade Priorität für die Eisenbahnfreunde. „Die Förderung des europäischen Landwirtschaftsfonds läuft noch einen Monat“, erläutert Alfs. Bis dahin soll möglichst viel gemacht werden. Da der Verein die Arbeiten vorfinanzieren muss, ist ein Privatkredit aufgenommen worden. Der soll, dank der Fördergelder, bis Jahresende getilgt werden, berichtet der Dülmener. „Ich rechne damit, dass wir Silvester wieder schuldenfrei sind.“

Den gesamten Bericht lesen Sie in der DZ-Printausgabe von Samstag und im E-Paper.

Unser "Traumhaus" wie es einmal war

So schön war er einmal in den 1980er Jahren und soll er auch wieder werden
Das Bahnhofsgebäude vom Bahnsteig in Fahrtrichtung Dülmen nach der Streckenrenovierung und der Beseitigung des Bahnübergangs im Sommer 2007
Das Bahnhofsgebäude bei der Zufahrt vom Kreisverkehr am 23.08.2008
Das SPLDr 20 wie es bis zuletzt, 1998, in Gebrauch war. Allerdings ohne das obere Abstellgleis, welches mal zwei Überholgleise waren
Bulderns Bahnhof mit Stellwerksraum von 1878