Chronik

Vorgeschichte und Gründung des Vereins



„Das wäre ja ein Traum, wenn wir da rein könnten“, hatte einer der heutigen Initiatoren geäußert, als im Dezember 2000 bekannt wurde, dass die DB AG das Bahngelände, einschließlich der darauf befindlichen Gebäude, verkaufen wollte. 

Da sahen die Mitglieder des MEC (Modelleisenbahnclub Dülmen 1988 e.V.) die Chance, ihren seit mehr als 10 Jahren gehegten Wunsch, Eisenbahnhobby in einem Eisenbahngebäude betreiben, als gekommen.

„Herr Bürgermeister Püttmann, können sie nicht den Bahnhof für uns kaufen?“. Diese Frage, erste Konzepte und tatkräftige Unterstützungsangebote für die Renovierungsmaßnahmen, waren Bestandteil des ersten Schreibens. Daraufhin fand am 04.01.2001, nach Einladung durch den Bürgermeister, ein erstes persönliches Gespräch statt. Er lobte die vorgestellten Ideen ausdrücklich.

Die Verkaufsgespräche mit der Bahn gestalteten sich leider doch recht aufwendig. Es wurde wieder ruhig um den Bahnhof.

 Später wurde bekannt, dass das Gebäude einer Neuanlage von Parkplätzen weichen sollte. Erneut sind Gespräche mit dem Bürgermeister geführt worden.

Nach vielem hin und her der Politik, sowie kräftigen Gegenströmungen aus dem Ort Buldern, wurde es erneut ruhig um das Gebäude. Die Hoffnung schwand.

Am 20.05.2010 wurde seitens der Stadtverwaltung eine Anzeige zur Vermietung des Bahnhofgebäudes geschaltet. Daraufhin hat der MEC, als einziger Bewerber, sein Interesse bekundet.

Einige Sitzungen und Gespräche später wurden die Verhandlungsführer vom MEC aufgefordert, binnen 6 Wochen ein Konzept mit Finanzierungsplan usw. zu erstellen. Dieses ist dann fristgerecht bei der Stadtverwaltung eingereicht worden. Nach der Machbarkeitsfeststellung des Konzepts, sind die Pläne für die Park – and – Ride – Anlage auf dem Bahngelände umgezeichnet worden. Die Parkplatzgestaltung ist durch alle Verwaltungsgremien positiv bestätigt worden.

Auf Grund dessen haben sich einige Mitglieder des MEC und weitere interessierte Mitbürger am 04.03.2011 zur Gründungsversammlung des neuen Vereins „Eisenbahnfreunde Bahnhof Buldern e.V." getroffen.

Seit diesem Zeitpunkt sind die Grundlagen zum Erhalt des Gebäudes und zur Bewahrung des Eisenbahnhobby´s geschaffen.

Daniel Austermann, März 2011

Die ersten fünf Jahre des EfBB mit seinem "Traumhaus"

In den ehemaligen Räumen des Modelleisenbahnclub Dülmen 1988 e.V., MEC-Dülmen, im Bahnhof Dülmen, trafen sich am 04.03.2011 interessierte Menschen zur Gründungsversammlung der "Eisenbahnfreunde Bahnhof Buldern", EfBB.

Nach der Versammlung und Abhandlung aller erforderlichen Modalitäten haben sich 13 Mitglieder und 2 Fördermitglieder als "Startmannschaft" des nun existenten Vereins EfBB e.V. gefunden.

 

Der gewählte Vorstand bestand aus dem 1. Vorsitzenden Rainer Flachmeier, dem 2. Vorsitzenden Daniel Austermann, dem Schatzmeister Markus Alfs und dem Schriftführer Björn Schmid. Dieser war nun beauftragt die schon angestoßenen Verhandlungen mit der Stadt Dülmen, über den Erwerb des Bahnhofgebäudes zum Abschluss zu bringen. Mit der Unterzeichnung des Kaufvertrages beim Notar Rössing, am 30.09.2011, war diese wichtige Aufgabe abgeschlossen. Damit stand dem Vorhaben, das Bahnhofsgebäude in seinem Erscheinungsbild so zu erhalten, wie es insgesamt in den 1950er Jahren erstrahlte, nichts mehr im Wege.

 

Schon am 01.10.2011 erfolgte der erste Arbeitseinsatz am Bahnhof Buldern. Und das war gut so. Wie sich mit der Zeit feststellen ließ, hatte die Stadtverwaltung den Auftrag zur Erweiterung der P&R-Anlage bereits erteilt. Daher begannen auch die Arbeiten vor "unserer Haustür" zeitnah. Die Eisenbahnfreunde hatten ein sehr umfangreiches Bauprogramm abzuleisten. Alle Hausanschlüsse und Dachentwässerungsleitungen mussten neu erstellt werden. In Teilbereichen musste auch die Gebäudeabdichtung erneuert, alte Kabeldurchführungen geschlossen werden. Alle Arbeiten mussten dazu noch in den Zeitplan des Tiefbauunternehmens passen. Eine sehr arbeitsintensive Zeit brach über den Verein herein. Aber alle haben die Ärmel hochgekremmpelt und jede freie Minute in ihr Projekt investiert. Auch das Bauunternehmen hat die Arbeiten, soweit möglich, durch rechtzeitge Absprachen und tatkräftigen Einsatz unterstützt.

 

Anfang 2012 waren die Arbeiten an der P&R-Anlage und die Erdarbeiten der Eisenbahnfreunde in diesem Bereich fertiggestellt. Das "Traumhaus" hatte nun ein modernes, ansehnliches Umfeld erhalten, welches sofort von den Pendlern zahlreich genutzt wurde.

 

Die erste öffentliche Veranstaltung hielten die Eisenbahnfreunde Bahnhof Buldern am 23.03.2011 in der Gaststätte "Zur Dorfschmiede" in Buldern mit einer Informationsveranstaltung ab. Ziel war die Vorstellung des Bahnhofkonzeptes und Mitgliederwerbung. Zu diesem Anlass wurde eine eigene Homepage erstellt, um die Aktivitäten Interessierten zugänglich zu machen.

 

Seit diesen aufregenden Anfangszeiten ist viel bewegt worden. Der Versuch der Natur, sich alles einzuverleiben wurde vereitelt und im Gebäude alle "Altlasten" entfernt. Die gesamten Holzfenster sind ausgetauscht bzw. aufgearbeitet und neue ISO-Scheiben eingebaut worden. Die Dachflächen wurden mit einer Folie bespannt und das Dachrinnensystem komplett erneuert. Das Schuppendach war nicht mehr gleichschenkelig, da die DB auf der Gleisseite, zur besseren Sicht des Fahrdienstleiters, das Dach auf ganzer Länge gekürzt hatte. Dieses wurde im Zuge der Dacharbeiten um 40 cm verlängert und der ehemals vorhandene Schornstein wieder errichtet. Marode Fachwerkbalken ausgetauscht, verbliebene Hölzer insektizid behandelt und Anschlussfugen zum Gefache mit Hanfgarn und Trass-Mörtel verschlossen. Graffiti entfernt, eine neue Güterschuppeneingangstür und zwei neue Kellerausseneingangstüren eingebaut. Um das Gebäude wurde mit den alten Basaltsteinen das Kopfsteinpflaster neu erstellt.

 

Innen wurden in jedem Raum die alten Leimfarben abgekratzt, Deckenflächen mit einer GK-Unterkonstruktion gedämmt und alle Decken- und Wandflächen gespachtelt und gestrichen. Ein Teil des ehemaligen Fahrkartenschalterraumes wurde für die Errichtung eines zweiten WCs baulich abgetrennt.  In allen Nassräumen mussten neue Wasser- und Abwasserleitungen verlegt werden. Die alten Zimmertüren sind aufgearbeitet und farbig gestrichen worden. In den Fluren und im neuen WC wurden neue Fliesen in der Optik der 1950er Jahre verlegt. Die Treppe zur Kanzel musste aufwendig ausgeglichen und mit Fliesen statt dem alten PVC-Belag neu belegt werden. Die übrigen Bodenflächen, außer in der Wartehalle, wurden mit PVC-Platten verklebt und verschweißt. Natürlich immer einschließlich aller erforderlichen Vorarbeiten, wie bituminöse Altbodenbeläge entfernen, Ausgleichsmassen einziehen, Löcher schließen usw..

 

Die gesamten elektrischen Einbauten mussten ausgetauscht und umfassend zukunftsfähig ausgebaut werden. Zum Beispiel wurden die von den Eisenbahnfreunden neu installierten Neonleuchten bereits durch LED-Technik ersetzt, mehrere Stromkreise und Unterverteilungen erstellt. Eine komplett neue Heizungsanlage wurde in allen Räumen installiert, einschließlich neuer Rohrleitungen. Und noch eine Menge anderer Arbeiten, die hier nicht mehr extra erwähnt werden, da sie den Rahmen sprengen würden, wurden ausgeführt. Aber sie sind sichtbar. Die zukünftigen, größeren Baustellen betreffen die Wartehalle, den Güterschuppen innen und die Kellerräume. Dafür werden noch einige Arbeitsstunden und Finanzmittel investiert werden müssen.

 

Zwischenzeitlich konnte auch endlich mit den Modellbahnarbeiten begonnen werden. So ist ein "Tunnel" mit anschließender Wendel in Bau, welche die MEC-Räume mit der Güterhalle verbinden wird. Die ersten Strecken-Module nach FREMO-Norm sind in der Planung.

 

Um all dieses überhaupt stemmen zu können, waren viele Mitgliedsbeiträge und Spenden sowie Förderprogramme erforderlich. Ohne finanzielle Mittel geht nun mal nichts. Trotz der ca. 12000 Arbeitsstunden, die durch die Mitglieder in dieser Zeit geleistet wurden. Nur durch diesen enormen Arbeitseinsatz, gepaart mit den geflossenen Geldmitteln, ist das Projekt bis heute so weit gekommen. Dafür ein großes Dankeschön an alle, die dieses Projekt durch ihre Unterstützung ermöglicht haben. Möge das "Traumhaus" noch viele Jahre erhalten bleiben und wieder die Visitenkarte des Ortes werden. Den Charme der 1950er Jahre versprüht das Bahnhofsgebäude schon heute.   

 

Daniel Austermann, Januar 2016